Aber gut, eine ganz interessante neue Erfahrung war die Begegnung mit dem Santería Glauben auf dem Maracatu Fest in Brasilía Teimosa.
Der Maracatu ist ein brasilianischer Musikstil aus Pernambuco. Er geht auf traditionelle afrikanische Musikformen zurück und fand durch die afrobrasilianischen Sklaven Verbreitung. Durch diese Tradition ist er dem Samba verwandt.
Mit den Sklaven kamen auch die Orisha-Kulte der Yoruba nach Südamerika. Gemischt mit den Religionen der Stämme aus Zentralafrika entwickelte sich der Candomblé. Deswegen hat der Maracatu enge Verbindungen mit derafrobrasilianischen Religion Candomblé, dem brasilianischen Pendant zum Voodoo, und dessen Musik. Die meisten Gesänge und Gebete werden sowohl im Candomblé, als auch im haitianischeVoodoo und in der kubanischen Santería in Yoruba, Nago oder Goun, einer weiteren Ost-afrikanischen Sprache, überliefert.In den Städten Recife und Olinda, im Herzen des Bundesstaates Pernambuco, entwickelte sich der Maracatu aus der Musik und der Tradition der aus Afrika stammenden Sklaven.
Es ist sehr interessant die extremen afrikanischen Einflüsse hier in Nordost Brasilien zu entdecken. Man merkt es schon daran, dass viel mehr dunkelhäutige Menschen als im Süden gibt. Auf dem Maracatu Fest traten viele verschiedene Gruppen auf und lasen ihre Gebete vor. Anschließend wurde ich in ein Gebetshaus geführt, wo schon der Eingang mit afrikanischen Skulpturen geschmückt war, es hatte etwas mystisches ansich. Ging man weiter durch einen schmalen ging, bekam man rechts und links immer kleine Räume zu gesicht, wo viele Gegenstände zu bestimmten Ritualen des Santerías Glaube zu sehen waren. In dem Hauptsaal, waren Puppen mit mit bunten Trachten angezogen. und an der Wand hing ein großes Bild mit einer schwarzen Frau, die anscheinend der Kopf dieses Hauses war. Angeblich beschwören die Santerías beschwören die Geister von verstorbenen, unteranderem auch katholische Heilige und Götter der Santerías. Die katholische Kirche lehnt allerdings diesen Glauben ab, toleriert aber die Volksfrömmigkeit. Auf grund des Respektes der Götter der Santerías war es mir verboten Fotos davon zumachen. Aber es war sehr faszinierend und ich muss sagen, dass dieser Ort einen mystischen Eindruck gemacht hat, ich hätte zu gerne eine Beschwörung gesehen.
Noch zum Santería Glauben :
In der Santería existiert die Vorstellung einer obersten Gottheit (Olodumare, Olofi). Olodumare ist Schöpfer des Lebens, aller Energie (aché) und Schöpfer der orichas. Er ist in seiner Perfektion und Reinheit so weit von der Menschheit entfernt, dass er nicht direkt angebetet wird (Vadillo, 2002; Cuervo Hewitt, 1988).Orichas (spanische Schreibweise, Yoruba: òrìsà; brasilianisch orixa; englisch orisha) sind Geistwesen/Gottheiten, die verschiedene Manifestationen von Oludumare repräsentieren. Diese Geistwesen stellen den Kontakt zu Olofi, einem Teilaspekt Olodumares her. Die Gläubigen wenden sich in ihren Ritualen an die orichas. Je nach Quelle werden bis zu 600 verschiedene orichas genannt, in der Santería werden aber lediglich etwa zwei Dutzend von ihnen verehrtGewänder der Santería
Es ist einfach unglaublich, wie Vielfältig Brasilien ist, so viel Religionen, so viele Menschenarten, Kulturen, Musik einfach nur spannend dies alles zu erkunden.
Eure
Toni
