Donnerstag, 29. März 2012

O Caminho para cima ( Der Weg nach oben)

Wie wir alle wissen ist Brasilien ein aufstrebendes Land, wo im Süden die Wirtschaft unglaublich stark ist und im Norden und in der Mitte, die Landwirtschaft ( Soja, Sonnenblumen, Zuckerrohr). Brasilien ist reich an Bodenschätzen, doch sehen die sozialen Strukturen ganz anders aus. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist zu groß. Gibt es eigentlich eine Hoffnung für die Menschen in den Favelas? Vor allem für die unterdrückten Frauen? Wie kann man aufsteigen in diesem gräßlichen System? Muss derjenige oder diejenige, die in der Favela geboren ist, auch für immer dort bleiben? Ich glaube nicht daran. Ich denke, dass man sein Schicksal in die Hand nehmen kann und hart dafür arbeiten muss, aber wenn der Wille groß genug ist gibt es für mich immer einen Weg nur manchmal verschwindet er vor unseren Augen, aber er taucht ganz bestimmt wieder auf. Mit diesem Kampf um den sozialen Aufstieg, wurde ich sehr viel konfrontiert in Brasilien. Meine engster Freund dort kämpft Tag für Tag damit und manchmal schwindet die Hoffnung in ihm. Auf der anderen Seite die Mutter meines brasilianischen Bruders: geboren in Ipubí, einem kleinen Dorf im Staat Pernambuco. Vater war Alkoholiker, Mutter stammte ursprünglich aus einer wohlhabenden Familie, aber da sie 19 Geschwister hatte, blieb im Endeffekt nicht mehr viel übrig vom Familienvermögen. Ihre Mutter wiederum arbeitete als Näherin, neigte häufig zu Wutausbrüchen, so dass sie ihre Kinder regelmäßig verprügelte. Der Mann ein Unausgebildeter, der als Zahnarzt arbeitete, fiel seinem Alkoholkonsum zum Opfer. So dass Nelbe, die Tochter, damals 14, anfing zu arbeiten, um die Familie zu unterstützen, von dem Gehalt wurden die ersten Schaumstoff Matratzen gekauft, davor gab es nur Stroh. Anschließend zog die ganze Familie um, nach Petrolina ( Pernambuco). Zur Schule ging sie schon lange nicht mehr. Schließlich bekam sie einen besser bezahlten Job in Petrolina und nach Jahre langer harter Arbeit schaffte sie es sogar, ihr eigenes Unternehmen zu gründen, ein Event Unternehmen. Ihre Stärken im Verkauf halfen ihr bestimmt dabei. Sie lebt ein gutes Leben mit ihrem Mann und Kindern, die alle die Möglichkeit haben zu studieren, was sie nie hatte. Das erfüllt einen bestimmt mit Stolz.



Neulich las ich in der Süddeutschen einen Artikel über eine Familie, die aus einem der schlimmen Favelas in Rio stammte, aber auch diese Familie hat es aus dem Elend in die Mittelschicht geschafft. Das Wichtigste ist, sagen sie alle, hart arbeiten und nie aufhören zu lernen! Immer weiter lernen. Es fing damit an, dass die Frau als 17jährige Parfüms verkaufte, sich hocharbeitete, bis sie jetzt Motorräder verkauft und somit sich und ihrer Familie ein guten Lebensstandard ermöglichen kann!

Lernen und hart arbeiten werden einem schließlich zur Unabhängigkeit verhelfen und somit auch die Möglichkeit geben, in die brasilianische Mittelschicht aufzusteigen.

Schließlich sind nicht die am glücklichsten, die die besten Sachen haben, sondern die, die das Beste aus den Möglichkeiten, die ihnen auf ihren Lebensweg begegnen, herausholen.

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